Getriebeausbau

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Ausbau des Getriebes und Wiedereinbau.

Vorbemerkung:

Dieser Artikel richtet sich an alle, die sich den Ausbau eines Getriebes zutrauen, es aber noch nie (oder mit Schwierigkeiten) gemacht haben. Der Text ist mit vielen Bildern erklärt. Die Arbeit gliedert sich in vier Abschnitte, die man nicht unbedingt in einem Durchgang erledigen muss:

    1.	Bereitstellung der Spezialwerkzeuge
    2.	Ausbau des alten Getriebes
    3.	Prüfung diverser Teile, die man bei dieser Gelegenheit in der Hand hat
    4.	Wiedereinbau 

Gerne wollt ihr wissen, wie lange jeder der Teilschritte ungefähr dauert. Dabei ist 1. ja uninteressant, denn bevor man die Werkzeuge nicht hat, sollte man nicht anfangen. Wie lange dauert denn der Ausbau, auch wenn man es noch nie gemacht hat? Ehrlicherweise muss ich sagen, dass der Zeitbedarf sehr vom Geschick des Schraubers und auch ein wenig vom Glück abhängen. Aber unter zwei Stunden wird man es beim ersten Mal kaum schaffen, eher zwei bis fünf. (Ich habe es einmal bei mir selbst gestoppt, nachdem ich es ein zweites Mal machen musste; bin nicht der schnellste. Ausbau mit allen Werkzeugen bereit: 50min, Einbau 90min. Nix prüfen, ohne Pause)

Für das Prüfen der Teile (kommt im Text) vielleicht eine bis drei Stunden. Wenn man dann Ersatzteile braucht, kann sich der Einbau auch noch mal verschieben. Beim Wiedereinbau gibt es ein paar Klippen, so dass man eine Stunde mehr rechnen sollte; eher noch mehr.

Fazit: Nehmt euch zwei Tage und macht nicht alles in einem Rutsch! Dass ein Mechaniker bei BMW das Ganze in 1,5 Stunden schaffen muss, hilft uns nicht wirklich weiter. Anmerkung: Der hier beschriebene Ausbau bezieht sich auf die 248er Baureihe nach 1981. Alle anderen Baureihe sind etwas abweichend! (Gerne darf jemand ergänzen.) Jetzt geht's los!

 == 1.	Bereitstellung der Spezialwerkzeuge ==

Drei Spezialwerkzeuge müsst ihr euch borgen oder selbst anfertigen:

     - einen 6er-Imbusschlüssel kürzen 
     - eine 27-Nuss abschleifen und zusätzlich vone panschleifen
     ( in einigen Werkzeugsätzen sind solche Nüsse) 
     Eine weitere Möglichkeit ist ein simpler 27er-Steckschlüssel
     - einen ungekröpften 10er Ringschlüssel mit Anschluss für eine Knarre

Spezialwerkzeug.JPG


Neben Knarrenkästen braucht man einige seltenere Standarwerkzeuge:

         - einen ungekröpften 10er Ringschlüssel (ist im Bordwerkzeug) 
         - eine Imbusnuss 6mm 
         - eine Imbusnuss 8mm 
         - einen Drehmomentschlüssel ½ Zoll, mit 10 – 100 Nm ( zwei sind besser für 10Nm) 
         - eine lange Spitzzange 
         - eine Fettpresse 
         - Sprühfett (White Grease) 
         - Staburags oder ein ähnliches haftendes Fett 
         - Bremsenreiniger, mehrere Lappen und eine Schale zum Auffangen
         - Ein Stück Gummi (z. B. aus einem Schlauch) um das Rahmenrohr zu schützen

Legt euch eine Reihe Kartons und Schächtelchen bereit, damit ihr die Teile beim Zusammenbau leichter wiederfindet. Es ist hilfreich, rechts und links Schachteln zu haben; man muss beim Ausbau mehrmals die Seiten wechseln

2. Ausbau des Getriebes

Die ersten Arbeitsschritte kann man gut in der Reihenfolge vertauschen, danch muss man sich dran halten oder man darf zurückbauen!

2.1.Vorarbeiten

Leerlauf einlegen.


Benzinhahn schließen. Die drei Schellen des Ansaugkrümmer lösen, dann die eine Schelle zwischen Vergaser und Zylinderkopf.

Vergaserschelle lösen.JPG

Den Vergaser abbauen, indem man ihn nach außen knickt und gleichzeitig mit etwas Kraft am Ansaugkrümmer zieht.

Jetzt gleich die beiden Schellen über dem Gummi des Krümmers weiter aufdrehen und den Gummi auf dem Plastikrohr zurückschieben.

Ansaugkrümmer-Gummi zurück.JPG

Auf der entsprechenden Seite ablegen, nicht in eine Kiste werfen! Benzinschlauch vom Benzinhahn abziehen indem man ihn hin- und herdreht. Kann dauern! Auf der linken Seite den Benzinschlauch abziehen, der unter dem Luftfilter zum zweiten Vergaser führt. Geht sehr blöd ab; vorsicht – keine groben Werkzeuge nehmen! Unbedingt die Enden der Schläuche überprüfen.

Benzinschlauch-trennen.JPG

Sie dürfen nicht eingerissen oder brüchig sein. Wenn doch, dann ist das was für Punkt 3. Den linken Vergaser auf dem Zylinder ablegen.

Vergaser links-ablegen.JPG

Den rechten kann man erst ablegen, Wenn der Luftfilter weg ist.

Die vier Schellen am Luftfiltergehäuse öffnen und ganz nach unten klappen. Vorsicht, sie können abfallen!

Luftfilter-Schellen lösen.JPG

Die obere Abdeckung des Luftfilters mit den beiden Ansaugrohren abheben und etwas nach vorne schieben. Den eigentlichen Luftfilter mit einem großen Schraubenzieher aus der Passung drücken. Dann den Filter herausziehen, indem man die obere Abdeckung mit der Hand festhält.

Luftfilter herausziehen.JPG

Den Filter prüfen. Wer hat, kann ihn in der entgegengesetzten Richtung ausblasen. Ist er noch gelb, kann der Filter wiederverwendet werden. Den Filter mit der oberen Abdeckung ablegen.

Jetzt die Kurbelgehäuseentlüftung mit einem Schraubenzieher trennen.

Entlüftung ausbauen1.JPG

Danach den Entlüfterschlauch mit einem Schraubenzieher in den Motor drücken.

Entlüftung ausbauen2.JPG

Die Aluringe herausziehen, auf denen die Ansaugtrichter saßen. Jetzt lassen sich die großen Gummirohre nach innen durchschieben. Ist der Gummi aus seinem Sitz, gleich den Aluring wieder einsetzen. Das Gummiteil vorsichtig entnehmen und ablegen.

Entlüftung-ablegen.JPG

Die untere Luftfiltergehäuse wird von drei Schrauben gehalten: in der Mitte eine M8 mit 13er Kopf lässt sich mit einer Knarre einigermaßen leicht entfernen. Die beiden Inneren 6er- Imbusschrauben sitzen sehr fest und sind schlecht zugänglich. Hier hilft eine 1/4-Zoll-Knarre mit Imbuseinsatz.

Luftfilterkasten-ausbauen1.JPG

Wer einen normalen Imbusschlüssel verwendet braucht hier Geduld!


Um die linke Fußraste abzubauen, muss zunächst die Gummiabdeckung über dem kleinen Schalthebel am Getriebe beiseite geschoben werden; dann kann man die Spange abziehen und den Drahtbügel aushaken. Wenn man die Gewindestange hat, mit einem 10er Maulschlüssel abschrauben.

Schaltgestänge-lösen.JPG

Die Fußraste selbst wird von einer 10er-Schraube mit einem 8er-Imbus gehalten. Auf der Rückseite ist eine Mutter mit 17er Kopf. Ein Ringschlüssel passt nicht rauf! Entweder mit einem Maulschlüssel oder besser mit einer Knarre von hinten halten,von vorn mit eine Knarre mit Imbusnuss lösen. (Der Drehmomentschlüssel im Bild wurde nur zufällig aufgesteckt) Die Schraube geht schwer auf! Fußraste ablegen.

Fußraste-abbauen.JPG

Die Schrauben des Packtaschenhalters herausnehmen, die Strebe nach außen drücken und die Schraube wieder einsetzen.

Gepäckträgerhalterung-lösen.JPG

Zwei kleine Arbeiten, die nicht unbedingt nötig sind, das Herausnehmen des Getriebes aber erleichtern:

Den Seitendeckel vor der Batterie vorsichtig abnehmen. Wenn sie mit Kabelbinder gesichert waren: durchschneiden. Gleich die sechs Clipgummis kontrolliern.

Seitendeckel Haltegummis-überprüfen.JPG

Gegebenenfalls ersetzen! Die beiden oberen Silentblocs des Batteriehalters ausbauen. Dadurch kann der Batteriehalter etwas Platz schaffen.

Batteriehalterung oben-ausbauen.JPG

Den Kupplungsausrückhebel mit einen Montiereisen oder Schraubenzieher nach vorne drücken und dann den Kupplungszug aushängen.

Kupplungszug-aushängen.JPG

Den langen Faltgummi über dem freien Ende des Kupplungszuges nach hinten ziehen. Jetzt gleich überprüpfen, ob die Teflonhülle herausschaut. Wenn ja, kann man sie durch mehrmaliges Ziehen des Kupplungshebels wieder hineinschieben.

Kupplungszug Teflonhülle-zurückschieben.JPG


Die Schelle der Gummikappe über der Kupplungsdruckstange lösen, die Schraube nichtrausdrehen.

Druckstange Gummikappe-lösen.JPG

Eine Miniknarre mit 10er-Nuss und Verlängerung an der Mutter Befestigungsschraube des Kupplungsausrückhebels von unten ansetzen, mit einem 10er Ring von oben kontern und dann die Mutter abdrehen. Die Schraube mit einem kleinen Schraubenzieher von unten herausdrücken.

Den Kupplungsausrückhebel vorsichtig abnehmen und ablegen. Jetzt die Gummikappe mit der Schelle abnehmen. Die Gummikappe gleich auf Löcher untersuchen!Auch bei einem winzigen Riss ersetzen!

Den Druckpilz mit der Spitzzange greifen und abnehmen. Dabei eine Hand darunter halten, oft kommt das Kugellager gleich mit.

Druckstange Lager-ausbauen.JPG

Reinigen und in einer sauberen Schachtel ablegen. Die Kupplungsdruckstange muss nun einige Zentimeter herausgezogen werden!Wenn sie klemmt, braucht man dafür mehrere Versuche mit der Spitzzange. Schaut die Druckstange nicht weit genug heraus, bekommt man das Getriebe nicht heraus!

Druckstange-herausziehen.JPG

Masseschraube am Getriebe vorsichtig herausdrehen und ablegen. Die Tachowelle abziehen und hängen lassen.

Massekabel-abbauen.JPG

Ist das Gewinde im Getriebe noch in Ordnung? Wenn nicht, kann die Schraube nicht mehr für die Masse verwendet werden!

2.2. Die jetzt folgenden Arbeiten in der Reihenfolge nicht verwechseln!


Rechte Schelle über dem Kardangelenk abbauen.

Kardangummi nach links zurückschieben. Mit dem ungekröpften 10er Ring die erste Kardanschraube auf ca 45 Grad stellen. Mit einem Montierhebel oder einem langen Schraubenzieher die Bremse blockieren und gleichzeitig den Ringschlüssel nach oben ziehen. Das geht schwer! Zur Verlängerung ein Rohr oder Kerzenschlüssel überziehen damit man mehr Kraft ausüben kann.

Kardanschraube-lösen.JPG

Den Ringschlüssel einige Male umsetzen, bis die Schraube sich leicht dreht. Die drei anderen Schrauben auf die gleiche Weise lösen. Danach alle vier Schrauben der Reihe nach herausdrehen. Sie sollten sich mit zwei Fingern drehen lassen! Wenn nicht, muss die entschrechende Schraube ersetzt werden! Konzentration bei den letzten Umdrehungen der jeweiligen Schraube. Sie darf dir nicht aus den Fingern fallen, sonst musst du sie wieder herausangeln.

In den Foren wurde schon oft darüber geschrieben, ob man die Schrauben jedes Mal ersetzen 
muss. Man muss nicht! Helmut Heusler hat das so entschieden, dann ist das auch so.

(Lange Mutter mit 10er Maulschlüssel hinter dem Hebel der Hinterradbremse abschrauben und die Stange herausziehen) Fußbremshebel ausbauen indem man die Mutter mit 13er SW hinten festhält und vorn die Schraube so lange dreht, bis die Mutter abfällt.

Fußbremshebel-ausbauen.JPG

Unterlegscheibe mit auffangen, Schraube ablegen. Fußbremshebel nach unten.

Beide Schwingenkappe mit einem kleinen Schraubenzieher abnehmen und ablegen. Die abgedrehte 27er-Nuss aufsetzen und mit dem Drehmomentschlüssel lösen.

Schwingenlagerbolzen-anziehen.JPG

Die beiden Muttern noch eine weitere Umdrehung herausdrehen. Die Nuss mit 6er-Imbus einsetzen und mit der Knarre die Schwingenbolzen herausdrehen.

Jetzt die Schwinge am Rad ziehen und zur Sicherung das Rad mit einen Spannriemen festzurren.

Schwinge zurückziehen.JPG


Das Getriebe hängt noch mit zwei Schrauben am Motor: Rechts ist es eine lange Schraube 6er-Imbus; die Mutter dazu ist unter dem Zylinder. Mutter kontern und mit einer Knarre so lange drehen, bis die Mutter abfällt.

Getriebeschraube-lösen1.JPG

Auf der linken Seite braucht man jetzt den gekürzten 6er-Imbus. Ein Rohr auf den Imbusschlussel zur verlängerung stecken.

Getriebeschraube-lösen2.JPG


2.3. Getriebe herausnehmen


Jetzt ist das Getriebe lose, bleibt aber noch am Platz.

Wer seinen Rahmen vor Kratzern schützen will, wickelt jetzt das Stück Schlauch um das linken Rahmenrohr. Mit Klebeband oder Bindfaden fixieren. Das Getriebe mit dem Kickstarter greifen und hin- und herruckeln. Evtl mit einem großen Schraubenzieher im Spalt zwischen Motor und Getriebe vorsichtig hebeln. Ist das Getriebe aus der Passung, muss es um die Länge des Zahnrades aus der Kupplung gezogen werden. Geht das nicht gleich, Muss die Schwinge noch einmal zurückgezogen werden, vor allem rechts. Darauf achten, dass sich der Kardanflansch nicht schräg stellt. Mit einem Helfer ist es leichter! Das Getriebe auf der Motorseite nach links drehen, es schräg mit der Antriebswelle zuerst nach links aus dem Rahmen heben. Nicht ganz herausnehmen!!! Schief auf dem linken Rahmenrohr wieder absetzen.

Getriebe absetzen.JPG

In diesem Bild ist der Gummischutz nicht und man kann sich gut vorstellen, wieder Lack vom Rahmen verkratzt wird.

Voooorsichtig die beiden Kabel vom Leerlaufschalter abziehen. Die Laschen brechen gerne.

Leerlaufschalter Kabel-abziehen.JPG

Jetzt kann das Getriebe tatsächlich aus dem Rahmen gehoben werden. - Nr.2 geschafft!


== 3.	Prüfung diverser Teile ==

Viele Teile nimmt man hier in die Hand, von denen man sonst keine Notiz nimmt. Für einen störungsfreien Betrieb ist es aber empfehlenswert, genauer hinzusehen! Einige Teile, die schon vorher erwähnt wurden kommen hier trotzdem noch mal vor.

- Den Motor vom Kupplungsstaub betfreien. Ist der Staub ölig? Dann sollte auch die Undichtigkeit gesucht und behoben werden!

Jetzt ist auch die Gelegenheit, die Kupplung auf Verschleiß zu prüfen. Das soll aber ein eigener wiki-Beitrag sein.

- Die Benzinschläuche auf Risse prüfen und ggf ersetzen.

- Den Luftfilter ausblasen / ersetzen. Kleine Verfärbungen kann man akzeptieren.

- Schaltgestänge auf Gängigkeit der Gelenke prüfen, Kugelgelenke fetten.

Wer den Drahtbügel hat: Blechspangen prüfen, ob sie noch klemmen. Besser: durch die Schaltstange ersetzen.

- Linke Fußraste umdrehen und die Imbusschraube herausdrehen. Sie ist das Lager - keine Buchse! Reinigen und fetten.

Schalthebelwelle-ausbauen.JPG


- Die sechs Gummiringe kontrollieren, die die Seitendeckel halten; ggf ersetzen.

- Ebenso die Silentblocs des Batteriehalters. Die drei unteren vergammeln gerne.

Wenn die Schrauben allerdings fest sind, zerstört man die Gummis beim Aufschrauben. Vorher überlegen!

- Gummikappe der Kupplungsdruckstange genauestens auf Löcher prüfen, ggf ersetzen.

- Gummikappe der Tachowelle prüfen. Die im Bild oben ist fertig. Zum Aufziehen einer neuen Kappe auf die Tachowelle muss man sie vorher umstülpen und dann drüberwürgen.

- Die Kardanschrauben mal prüfen, ob sie sich mit zwei Fingern ins Gewinde einschrauben lassen. Wenn nicht, ersetzen. Nur Orginalschrauben mit Teilenummer kaufen! Nix Schraubenladen.

- Die Buchse am Fußbremshebel ausbauen, reinigen und mit Fett wieder einbauen.

Bremshebel-Buchse.JPG

- Ist der Leerlaufschalter verölt? Sind die beiden Blechzungen fürs Kabel angeknackst? Dann lieber vorher den Schalter wechseln.

- Die Lagerbuchse des Kupplungsausrückhebels herausdrücken. Da ist ein Nadellager drin! Mit Bremsenreiniger ausspülen und die Buchse sorfältig reinigen. Sie darf keine spürbaren Macken haben! In das Nadellager Fett reindrücken oder -sprühen. Die Buchse wieder einsetzen. Das Lager muss sich jetzt leicht drehen lassen; kleine Ruckelbewegungen kann man akzeptiern. Sonst muss das Lager gewechselt werden. Gibt es nur bei BMW!

Kupplungsausrückhebel-Lager prüfen.JPG

Hier sieht man deitlich die Abdrücke der Lagerrollen. Wenn man sie nicht spüren kann, ist die Buchse weiter verwendbar.


- Seilzüge der Vergaser auf Knicke überprufen. Oft gehen sie kurz vor dem Ende auseinander. Ersetzen!

- Selbst ein gut geputzes Mopped ist evtl auf der Innenseite der Vergaser dreckig. Jetzt reinigen!

Vergaser verschmutzt.JPG

- die Tonnen der Gaszüge aushängen, reinigen, fetten und wieder einsetzten. Dann die Chokezüge voll betätigen und bei jedem Vergaser überprüfen, ob das Hebelchen die beiden Anschläge berührt. Wenn nicht: Nachjustieren.


Chokebetätigung Anschlag 1.JPG

Hier wird der Anschlag nicht erreicht!

- Die Kardanmanschette prüfen wir jetzt nicht! Wenn sie vorher trocken war ( und Öl drin) dann ist sie auch heil!

4.Getriebe wieder einbauen

Es geht logischerweise in der anderen Richtung, von hinten nach vorn. Trozdem sind einige Besonderheiten zu beachten.

- Getriebe mit Kupplungsdruckstangen -ohne Ausrücklager- auf dem Rahmen absetzen und Kabel vom Leerlaufschalter wieder aufstecken. - Darauf achten, dass das Hinterrad zurückgezogen ist und das Kardangelenk sich nicht quer gestellt hat. - Ritzel und die Spitze der Druckstange sparsam mit Staburags oder ähnlichem sparsam (!) einschmieren. - Getriebe so drehen, dass dass Ritzel in die Kupplung passt. Unter leichtem hin- und herruckeln einsetzen.

- Wenn das Getriebe am Motor anliegt, vorläufig die linke, obere Imbusschraube (ohne Luftfilterkasten!) einsetzen, damit das Getriebe richtig einrastet.

Getriebe festziehen2.JPG

- Die rechte, lange untere Befestigungsschraube mit Mutter einsetzen und anziehen. Parallel die obere linke Imbusschraube anziehen. - die linke untere Imbusschraube einsetzen. Jetzt alle drei Schrauben festziehen, so dass zwischen Motor und Getriebe keine Lücke mehr ist. Jetzt kann die linke obere Imbusschraube wieder raus.

- Die Kupplungsdruckstange einschieben. Das gereinigte und gefettete Lager und den Druckpilz aufsetzen und bis zum Anschlag einschieben. Der Druckpilz passt sehr genau, evtl unter drehen eindrücken.

- Die Schelle vom Abdeckgummi weit aufdrehen. Die Feder in den Gummi setzen, den Gummmi über die Dichtfläche am Getriebedeckel drücken und die Schelle mit einem Schraubenzieher anziehen. Wer den Gummi nicht so lange festhalten kann (ich), der schiebt ein schmales Brett zwischen Rahmenrohr und Gummi und drückt damit die Feder zusammen.

Datei:Kupplungsdruckstangen Kappe festhalten.JPG


- Die Schraube für den Kupplungsausrückhebel von oben einsetzen, aber nicht durchschieben.


Ausrückhebel einsetzen 1.JPG


- Den Kupplungsausrückhebel an seinen Platz legen und die Feder damit etwas eindrücken. Von unten einen Schraubenzieher einsetzen, damit der Ausrückhebel an die richtige Stelle findet.

Ausrückhebel einsetzen 2.JPG

- Die M6-Schraube von oben durchdrücken und damit den Schraubenzieher wieder herausdrücken. Die Mutter aufsetzen und mit einer Miniknarre festziehen, die Schraube oben festhalten.

- Den Kupplungszug in den Ausschnitt von Getriebe einfädeln, den Gummi wieder rüberschieben. Den Kupplungsausrückhebel mit einem Schraubenzieher o. ä. ans Getriebe drücken und den Zug einhängen. Die Tonne fetten!

- Die Schwinge an ihren Platz setzen und die beiden Schwingenbolzen wieder einsetzen. Dabei einen Blick auf die Lücke zwischen Rahmen und Schwinge werfen. Sie soll auf beiden Seiten gleich sein. Da man mit einer Schublehre schlecht dazwischen kommt, nimmt man einen schmalen Maulschlüssel; hier war es einer mit 6mm. Passt er auf beiden Seiten gleich, ist die EInstellung perfekt. Auf Zehntel-Millimeter kommt es nicht an!

Schwinge ausdistanzieren2.JPG

Schwinge ausdistanzieren.JPG

- Auf der linken Seite mit dem Drehmomentschlüssel und einem 6er-Imbus den Schwingenbolzen mit 20Nm anziehen. Darauf achten, dass die Mutter noch frei ist! Wieder lösen und mit 10Nm endgültig vorspannen.

Schwingenlagerbolzen-anziehen.JPG

Die schmalen Mutter anziehen und mit der abgedrehten 27er-Nuss ( oder dem Rohrschlüssel) auf 100Nm anziehen. Rechts auch!

Schwingenlager Kontermutter-anziehen.JPG

- Um den Fußbremshebel eizusetzen kann man gut einen Helfer gebrauchen! Wenn nicht: Fußbremshebel an seinen Platz ruckeln und die gefettete Schraube einsetzen. Scheibe und Mutter von hinten aufsetzen und Mutter mit 13er-Ringschlüssel festhalten. Schraube mit 13er Nuss und Knarre festziehen.

- Den Bremshebel mit einem großen Schraubenzieher fixieren.

Bremsstange einsetzen.JPG


- Den Bremshebel am Antrieb mit einem Montiehebel o. ä. nach vorn drücken. Die Gewindestange des Bremshebels in die Buchse am Antrieb einfädeln und den Hebel am Antrieb mit dem Werkzeug vorschieben. Das klappt nicht beim ersten Mal! Wenn die Gewindestange glücklich in der Buchse steckt, die lange M6-Mutter ansetzen. So lange weiterdrehen, bis es schwerer geht. Die Arretierung unter dem Bremshabel entfernen und die Bremse einstellen. Ein kurzer Leerweg muss bleiben.

- Vor Einbau der Kardanschrauben die vier Gewinde am Kardanflansch sowie die Schrauben selbst mit Bremsenreiniger entfetten. Den Flansch am Kardan waagerecht stellen, die Löcher auf der Kardanwelle ebenfalls. Mit der rechten Hand die Kardanwelle so stellen, das das Loch um Gewinde fluchten. Mit der linken Hand die M10-Kardanschraube am Kopf mit zwei Fingern fassen, den Kardangummi zurückschieben und in das Gewinde einfädeln. Die Schraube nicht verlieren! Dann fällt sie in den Kardan und muss dort herausgefischt werden. Wenn du spürst, dass du die Schraube verlierst, schnell wegnehmen und von vorn beginnen. Wenn die Löcher doch nicht nicht fluchten, am Hinterrad vorsichtig vor- oder zurückbewegen. Dann noch einmal. Es klappt vielleicht erst beim x-ten Versuch! Keep cool! Wenn die erste Schraube drin ist, drehe sie so weit wie möglich mit den Fingern fest - nicht mit einem Schlüssel. Jetzt am Hinterrad drehen, bis das nächste Loch auf ca 45Grad steht. Die zweite Kardanschraube lässt sich schon leichter einfädeln, jeweils am Hinterrad drehen, bis die Löcher wieder günstig stehen.

- Wenn alle vier Kardanschrauben eingesetzt sind, sie der Reihe nach mit dem 10er-Spezialschlüssel ( für den Drehmomentschlüssel) anziehen. Wenn es per Hand nicht weitergeht, den Drehmomentschüssel aufstecken und damit festziehen.

Kardanschraube-Schlüssel ansetzen.JPG

Vorsicht! Der Ringschlüssel kann unten am Kardangelenk anschlagen. Den Ringschlüssel samt Drehmo umsetzen und noch einmal anziehen. Für das exakte Drehmoment (39Nm) muss der Drehmomentschlüssel senkrecht stehen und mit dem 10er-Ring einem rechten Winkel bilden (sonst stimmt das Drehmoment nicht!)

Kardanschraube-Drehmomentschlüssel1.JPG


- Die Kardanmanschette überziehen. Von hinten nach vorn. Sich die Mühe machen, von der linken Seite zu kontrollieren, ob die Manschette wirklich vollständig über den Steg des Getriebes gerutscht ist!

Kardangummi kontrollieren.JPG

Wenn die Manschette wirklich überall bündig sitzt, die Schelle drüberfädeln und die lange dünne Schraube bis zum Ende anziehen. Wenn sie sich nicht einfädeln lässt, den Winkel der Mutter kontrollieren und ggf mit einer Spitzzange hinbiegen.

Kardangummi Schelle-lösen.JPG


Jetzt ist das Wichtigste geschafft. Leider können die Kleinigkeiten noch etwas dauern.

- Damit man es nicht vergisst, erst den rechten Vergaser am Zylinderkopf ansetzen, die Schelle aber noch nicht festziehen! Den Benzinschlauch unter dem Luftfilter hinlegen. Jetzt ist die Reihenfolge vertauschbar. Den linken Vergaser ebenfalls nur einstecken. Jetzt den Verbindungsschlauch mit der Hand auf den Abzweig aufstecken. Etwas Silikonspray hilft. Keine Zange verwenden, sonst bekommt der Benzinschlauch was ab. Geduldig hin- und herdrehen bis der Schlauch zum Anschlag drübergerutscht ist. Wer will, kann eine Benzinschlauchschelle verwenden, original war sie nicht drauf.

- Das Unterteil des Luffilterkastens aufs Getriebe legen. Das Einfädeln des Gummischlauchs

der Kurbelgehäuseentlüftung ist noch einmal eine Geduldsprobe. Bisher habe ich immer mit einer Spitzzange so lange nach dem Ende des Schlauchs gegriffen, bs ich ihn endlich durch hatte. Vorher einen Bindedraht anbringen und damit den Schlauch durchziehen klappt zwar, ist aber auch kein Gewinn. Helfen soll:

- Die Anlasserabdeckung abschrauben. Dann kann man den Schlauch durch das Loch im Luftfilterkasten mit der Spitzzange fassen und den Schlauch von hinten nachschieben. Den Anlasserdeckel wieder untem Tank durchschieben und mit den beiden M5-Imbusschrauben befestigen.

- Die drei Imbusschrauben des Luftfilterkastens einsetzten und anziehen. Die Gummirohre aus dem Luftfilterkasten nehmen, die Aluringe herausnehmen und ablegen. Die Gummirohre am Ende zusammendrücken und von der Innenseite in die Öffnungen für den Ansaufkanal setzen. Wenn sie richtig liegen, schließen sie bündig mit dem Alugehäuse ab. Jetzt die beiden Alu-Ringe für die Ansauggummis einsetzen. Überprüfen, ob der dünne Verbindungsschlauch noch in beiden Ansauggummis sitzt. Den Kunststoffstutzen an ihrem Ende in den Schlauch der Kurbelgehäuseentlüftung eindrücken.

- Den linken Ansaugkrümmer mit zurückgeschobener Gummimuffe erst ( mit dem Ende ohne Gummimuffe) auf den Vergaser ansetzen. Den Vergaser etwas nach außen kippen und den Ansaugkrümmer auf dem Aluring im Luftfilterkasten ansetzten. Den Vergaser wieder gerade stellen. Mit einem breiten Schraubenzieher die Gummimuffe über den Aluring schieben. Die drei Schellen der Ansaugkrümmers anziehen, dann die Schelle für den Vergaser am Zylinderkopf. Das Ganze auf der rechten Seite wiederholen.

- Kontrollieren, ob alle vier Spangen des Luftfiltergehäuses unten sitzen. Den Deckel mit den beiden Ansaugrohren auf dem Anlassergehäuse ablegen. Den Luftfilter (Top-Markierung zeigt zum Motor, Pfeil nach oben) von links zwischen die Gehäuseteile einfädeln. Mit der rechten Hand über den Tank greifen und das Teil mit den Ansaugrohren festhalten. Mit der rechten Hand den Luftfilter durchschieben bis es auf dem unteren Luftfiltergehäuse aufliegt. In die Passung nach unten drücken. Das Oberteil auch auflegen und runterdrücken. Wenn alles passt, lassen sich die vier Spangen wieder festdrücken. Dabei das Oberteil gut festhalten!

- Den Packtaschenhalter wieder anschrauben. Wenn sie ab waren: Silentblocs vom Batteriekasten wieder ainschrauben.Lackteile unter der Sitzbank wieder auf die drei Gummilager drücken. Jedes Lackteil mit einem Kabelbinder am Rahmen zusätzlich sichern!

- Linke Fußraste mit dem Schalthebel festschrauben. Ordentlich festziehen, ach wenn man schlecht an die Mutter drankommt. Schalthebel am Getriebe befestigen.

Noch mal alle Arbeiten in Gedanken nachvollziehen. Sind alle Schrauben wirklich fest? Das wars dann wohl. Eine Probefahrt machen, die Hinterradbremse prüfen, alle Gänge durchschalten und die Leerlaufkontrolllampe beachten.

Wenn alles funktioniert: Herzlichen Glückwunsch!


Rote Rita, 25.6.2018