Schwinge einstellen / Spur

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Die Hinterradschwinge wird am Hauptrahmen von zwei Bolzen gehalten, die in das Schwingenlager greifen. Die Bolzen haben in der Mitte eine Innensechskantaufnahme und sind mit einem Feingewinde in Buchsen mit einem SW 27 Sechskant eingeschraubt. Zum Einstellen der Spur kann man man die beiden Haltebolzen mit zwei passenden Inbus-Schlüsseln gegensinnig so schrauben, daß eine Seite herein, die andere Seite herausgedreht wird. Die Schwinge verschiebt sich dabei achsengerecht nach rechts oder nach links. Die Spur ist dann richtig eingestellt, wenn der Spalt des Schwingenlagers auf der Innenseite des Rahmens auf beiden Seiten exakt gleich ist. Dies kann man sehr gut mit einer Fühlerblattlehre (mehrere Blätter übereinandergelegt) überprüfen. Je genauer, desto besser die Spurlage. Die Bolzen werden spielfrei festgedreht (Drehmoment!). Zur Kontrolle der Spielfreiheit bei aufgebocktem Motorrad (Hauptständer) kräftig am Hinterrad rütteln. Da darf nichts wackeln.

Zum Lösen des SW 27 Sechskant der Haltebolzenbuchse wird eine Nuß benötigt, die außen abgedreht ist. Eine handelsübliche paßt normalerweise nicht und ein SW27 Rohrschlüssel ist meistens zu instabil. Das Abdrehen der Nuß erfordert keine Exaktheit und kann mit der Flex erledigt werden.

Meine Anmerkungen:

Die 1/2 Zoll Nuß SW 27 von der Firma Lux passt ohne weitere Bearbeitung.

Die Lagerbolzen sollen mit 10 + 2 Nm angezogen werden (Achtung: Man muss nur auf einer Seite anziehen). 10 Nm ist sehr wenig, es ist also Fingersitzengefühl erforderlich. Die Kontermutter soll mit 100 + 20 Nm angezogen werden. Da man nicht sieht, ob der Lagerbolzen sich mitdreht, wenn die Nuß auf der Mutter sitzt, markiert man den Bolzen nach dem Einstellen mit den 10 Nm am besten mit einem Farbtupfer. Wenn der nach dem Anziehen der Mutter nahezu uverändert sitzt, ist alles OK. Wenn nicht, viel Glück beim nächsten Versuch...

Die Einstellung des Lagerbolzen kann man auch testen, indem man die Schwinge anhebt und prüft, ob sie unter Eigengewicht langsam wieder nach unten sackt. Das sagt zumindest die Theorie. Praktisch müssen dazu Federbeine, Hinterrad und Endantrieb demontiert sein. Der Test kommt also wohl nur in Frage, wenn die Schwinge nach einer größeren Reparatur wieder eingebaut wird, z. B. Tausch der Schwingenlager.