Wartung der Batterie

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Batteriepflege!

man kann von der feststehenden Tatsache ausgehen, dass sich jede Blei(!)batterie pro Tag um rund 1 % entlädt. Nach 100 Tagen "einfach so" dürfte sie tiefentladen sein. Wenn man ihr dann noch Strom entnehmen will, ist sie definitiv hin (Sulfatierung mit Zellenschluss).

Daher also: Erhaltungsladung mit einem Winzig-Netzgerät (ca. 200 - 300 mA) oder spannungsbegrenztes Nachladen mit niedriger Stromstärke (so 1 A). Bei Erreichen einer Spannung von 13,2 V sollte Gerät "abriegeln". So etwas gibt es für die erwähnten 1 A billig bei diversen Elektronik-Discountern (z. B. Reichelt, Pollin). Dabei zur Schonung der Lima-Dioden unbedingt Massekabel abklemmen. Ein etwas schmieriges Gehäuse (Staub plus Säuredünste) produziert nur zu gern Kriechströme, welche die Entladung z. T. rasant beschleunigen. Deshalb gehört die Batterie bei längeren Fahrpausen ausgebaut und ihr Gehäuse mit Seifenlauge gründlich gereinigt. Dann Polschutzfett auf die Pole und Polschrauben "reinmassiert" - v o r dem Zusammenbau! Vielleicht ist auch im Bordnetz ein "Kriecher". Schraub mal die Plus(!)leitung ab und hänge ein Ampèremeter (empfindlichste Stellung in mA) oder Deine kleinste 12 V-Ersatzglühbirne zwischen Pluspol und rotem Pluskabel. Leuchtet diese bzw. gibt es einen Ausschlag, haben wir den Übeltäter und müssen ihn nur noch einkreisen. Dabei kann schon mal ein Wochenende draufgehen. Je nach Gesamtzustand und -alter der Maschine lohnt sich eventuell die Überlegung: neuer Gesamtkabelbaum? Hat man beim übersichtlichen Aufbau der Q-Elektrik locker in 3 - 4 Stunden fertig. Für eine wie oben gepflegte Kradbatterie ist eine Lebensdauer von drei bis vier Jahren (Winterfahrer!) normal. Eine evtl. Bleigel-Neuanschaffung wird genau so kurz leben, wenn sie nicht gepflegt wird. Ich würde die Varta noch mal gründlich aufladen und nach 12 Stunden nachsehen, ob sie die Spannung hält - bzw. mit einem Aräometer (= Batt.-Prüfer) die Dichte der Zellen messen. Fällt mindestens eine stark ab oder geht die Gesamtspannung unter Belastung (Licht an!) schnell runter, war's das dann. Bei einer so jungen Batterie würde ich eventuell noch versuchen, sie zu retten (mehrmaliges Durchspülen mit destilliertem Wasser, dann Gasungsladen mit Wasserfüllung, dann Säureneubefüllung). Insgesamt sind zwei Faktoren entscheidend: Pflegezustand Bordnetz und Batteriebewußtsein Q-Treiber.

Zuverlässige Auskunft bei Verdachtsfällen einer defekten Batterie liefert nur der Säureheber. Bei 1,26 °Bé (Grad Baumé) ist die Zelle voll geladen; bei 1,10 °Bé ist sie leer.

Erst in zweiter Linie liefert - wegen der leicht dabei vorkommenden Messfehler - eine Spannungsmessung eine Aussage darüber, in welchem Ladezustand ein 12V-Bleiakku ist. Grundsätzlich gilt:

  • 12,65V = 100% Ladung,
  • 12,53V = 83% "
  • 12,25V = 50% "
  • 11,90V = 10% " (fast leer)
  • 11,80V = 0% " (tiefentladen)
  • < 11,80V = Zellenschluss, Batterie defekt.

Bei einem Bleiakku mit Batteriesäure wird spätestens alle 7500 km nach dem Stand der Säure geschaut und ggf. mit destilliertem oder demineralisiertem Wasser nachgefüllt. Eine Bleigelbatterie bedarf keiner besonderen Wartung; außer der oben beschriebenen Erhaltungsladung bei längerer Standzeit.