Lenkkopflager wechseln

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Vorbemerkung

Diese Reparaturanleitung wendet sich an alle, die noch nie die Lenkkopflager gewechselt haben oder die sich unsicher sind, ob sie alles richtig machen würden. Es gibt in der Literatur drei verschiedene Anleitungen, die sich in einigen Kleinigkeiten unterscheiden. Wer's kann und nur mal nachschlagen möchte: das Werkstatthandbuch von BMW ist sehr gut, allerdings ist der Text sehr sparsam, er wendet sich halt an Profis.

Wichtig für das Gelingen ist das richtige Werkzeug. Wer es sich nicht selbst anschaffen will, kann es bei einer freundlichen Werkstatt oder [ https://www.kleineboxer.de/forum/viewtopic.php?f=58&t=12900 hier] im Forum ausleihen.


1. Vorbereitung: Werkzeuge und Material

Neben den üblichen Schraubwerkzeugen werden folgende Teile benötigt:

Auszieher mit Stützrohr

Eindrücker

Rohr zum Einpressen des Lenkrohrs und Innenlaufrings

Lagerschale (die alte, herausgezogenen Lagerschale )

Geschlitzter Innenlaufring ( auch aus dem alten, herausgezogenen)

12er-Inbusnuss

Drehmomentschlüssel

Gummihammer

Seegeringzange

Gasbrenner

dicke Lederhandschuhe

2 neue Lager 320/28X

Nilosring 3142 1 234 509

Lagerfett

Kupferpaste oder was besseres

Mehrere Schalen und Behälter zum Ablegen der Teile

Werkzeuge-klein.jpg


2. Demontage der Anbauteile

Motorrad auf dem Hauptständer aufbocken.

Tank abbauen, damit man ihn nicht versehentlich beschädigt.


2.1. Vorderrad ausbauen

Die beiden M10-Sechskantmuttern der Bremszange(n) herausdrehen (1). Die Inbusschrauben werden nicht angefaßt. Die Bremszange unter Kippbewegungen von der Bremsscheibe hebeln. Die Haltespange der Bremsleitung vom Tauchrohr lösen indem die M8-Schraube abgenommen wird (2). Die gelösten Inbusschrauben anschließend wieder locker an ihrem Platz einsetzen, dann muss man sie nicht in der Kiste suchen. Die Bremszangen baumeln jetzt an den Bremsleitungen.

Bremszangen.JPG

Die Radmutter mit einem 22er Ringschlüssel abschrauben und mit der Unterlegscheibe ablegen. Die beiden Klemmschrauben mit einem 6er-Inbus festhalten und die Mutter (3) lösen, aber nicht abschrauben. Mit dem Dorn aus dem Bordwerkzeug oder einem Schraubenzieher geht die Steckachse unter leichten Drehbewegungen heraus. Wenn nicht, vorsichtig mit dem Gummihammer nachhelfen.

Steckachse Klemmschrauben.jpg

Achtung: Nicht mit einem gewöhnlichen Hammer schlagen, dabei wird das Gewinde der Steckachse beschädigt! Wenn die Achse nicht leicht herausgeht, stimmt etwas nicht. Eventuell Klemmschrauben komplett herausnehmen, mit Kriechöl einsprühen, dann nochmal versuchen. Mehr Kraft in die Drehung der Achse setzen.

Nachdem die Steckachse zur Hälfte heraus ist, fällt die Distanzhülse (5) heraus. Auffangen! Auf die Steckachse gleich die Distanzhülse und die Unterlegscheibe aufstecken, die Mutter aufdrehen. In eine saubere Schachtel legen. Beim Rad die Seiten markieren (nur bei Doppelscheibe), es herausrollen und abstellen. Durch das fehlende Gewicht steht die Maschine sicher.

Distanzring.JPG

Die zwei/drei restlichen Schrauben (2) an den Tauchrohren entfernen und ablegen. Den Vorderradkotflügel unter Kippelbewegungen aus den Tauchrohren lösen.


2.2. Lenker und Plastikteile abbauen

Wenn eine Cockpitverkleidung dran ist: Erst die unteren M6-Schrauben herausdrehen (6).

Verkleidung Befestigung unten.JPG

Dann die Schrauben lösen, die direkt ins Plastik gehen(7). Vorsicht, die Schrauben können in den Gewindebuchsen im Plastik (8) festgerostet sein.

Verkleidung Befestigung oben.JPG

Wenn sich die Schrauben leicht drehen, der Reihe nach herausdrehen. Da die Verkleidung abfällt, wenn alle vier Schrauben weg sind , kann man hier einen Helfer gebrauchen. Die beiden Kreuzschlitzschrauben rechts und links an der Plastikverkleidung (9) lösen und das Unterteil abnehmen.

Tachoverkleidung Kreuzschlitz.JPG

Von unten in die obere Blende greifen und die beiden Blinkerlämpchen vorsichtig (!) aus der grünen Anzeige ziehen.

Mit einer Seegeringzange den Gewindering über dem Zündschloss abdrehen. Die Blende abnehmen, ablegen und den Gewindering gleich wieder aufsetzen.

Zündschloss lösen.JPG

Damit man alle Züge wieder genauso einbauen kann, macht man einige Fotos bevor man den Lenker abbaut. Die vier Sechskantschrauben der Lenkerklemmböcke herausdrehen und mit dem Oberteil der Klemmböcke und dem Blechsteifen abnehmen und ablegen. Jetzt rutscht der Lenker weg und es ist gut, dass der Tank ab ist! Je nach Lenker kann man ihn einfach mitsamt allen Seilzügen ablegen, oder man muss zusätzlich noch den Hauptbremszylinder vom Gasgriff lösen, indem man die zwei M5-Inbus aus der Griffarmatur herausdreht.

Hauptbremszylinder Schrauben.JPG


2.3. Lampe und Instrumente abbauen

Überwurfmutter von der Tachowelle mit Rostlöser einsprühen. Dann die Überwurfmutter ohne Gewalt abdrehen. Achtung: Nicht das Kunststoffteil im Tacho losdrehen! Wenn die Cockpitverkleidung dran war, hängt die Frontplatte mit Lampe und Blinkern nur noch an den beiden Sechskantschrauben in der oberen Gabelbrücke. Diese Schraube herausdrehen und mit Unterlegscheiben ablegen. Auf herunterfallende Abdeckschrauben zwischen Frontplatte und Gabelbrücke achten. Wenn keine Cockpitverkleidung dran ist, die beiden M6 unter der Gabelbrücke (6) herausdrehen. Den Lampenhalter von der unteren Gabelbrücke abziehen, eventuell vorsichtig mit einem Schraubenzieher hebeln. Den Lampenträger nach unten klappen. Damit die Lampe nicht zu sehr stört, einem Bindedraht zwischen Lenkkopf und Zündschloss anbringen.

Bindedraht Lenkkopf.JPG


2.4. Standrohre und Gabelbrücke ausbauen

Abschlussschraube (13) mit dem 12er-Inbus lösen und herausdrehen. Ohne Verlängerung dürfte das nicht gehen, deshalb die Inbusnuss! Die vier Klemmschrauben für die Standrohre lösen und eine Umdrehung herausdrehen.

Die Standrohre mit einem Stift in links und rechts kennzeichnen. Jetzt sollten die beiden Standrohre zusammen mit den Tauchrohren unter Drehen nach unten herausgehen. Wenn nicht: Die Klemmschrauben ganz herausdrehen und je einen dicken Schraubenzieher als Keil in die Schlitze schlagen – vorsichtig!

Schraubenzieher Klemmschlitz.JPG


Jetzt kommen die Standrohre leichter heraus. Schraubenzieher wieder herausnehmen. Den Seegering, der den Lenkungsdämpfer sichert mit einem Schraubenzieher abhebeln.

Seegering Lenkungsdämpfer.JPG

Den Lenkungsdämpfer abziehen und beiseite schieben. Die obere Gabelbrücke mit dem Gummihammer vom Lenkrohr abklopfen. Die große Rändelmutter von Hand abdrehen. Die Gabelbrücke ist jetzt frei. Mit einer Hand die Gabelbrücke festhalten, mit der anderen Hand mit dem Gummihammer auf das Lenkrohr schlagen. Die Gabelbrücke fällt heraus. Die Frontplatte mit dem Kabelbaum so beiseite schieben, dass die Gabelbrücke entnommen werden kann.

Gabelbrücke herausnehmen.JPG


3. Lager wechseln

Den Innenauszieher in die Lagerschale einsetzen und die Mutter festziehen, so dass sich der Innenauszieher nicht mehr kippen lässt.

Innnenauszieher fest.JPG

Das Stützrohr mit der Gewindestange am Rahmen ansetzen und die Gewindestange in den Innenauszieher so weit wie möglich eindrehen. Die Mutter auf der Gewindestange so lange eindrehen, bis die Lagerschale herausfällt.

Lagerschale ausziehen.JPG

Der schwierigste Teil ist der Wechsel des Innenlaufrings unten. Entgegen der Anleitung bei Heusler lässt er sich nicht kalt heraushebeln, zumindest nicht bei den kleinen Boxern. Also die Methode aus dem Werkstatthandbuch. Bevor man jedoch das Lenkrohr herausschlagen kann, muss der Ausschnitt für das Lenkradschloss eingeebnet werden. Die Aussparung ist meist etwas gestaucht, es ist ein Grat an den Seiten. Dieser Grat muss mit einer Feile entfernt werden! Nach der Bearbeitung noch einmal genau prüfen: Ist nichts im Weg? Der Innenlaufring muss darüber passen!

Lenkrohrausschnitt.JPG

Um das Lenkrohr herausschlagen zu können, braucht man eine solide Unterlage, die den Schlägen standhält. Ein Klotz von ca. 4cm zum Unterlegen unter die Gabelbrücke ( ich habe im Bild einen Hammer verwendet ). Zum Schutz des Gewindes noch einmal die Abschlussschraube einsetzen. Eine große Nuss bereitlegen, die darüber passt; ebenso den Handschuh und das Rohr zum Zurückschlagen. Die Position des Lenkrohrs in der Gabelbrücke von unten mit einem scharfen Werkzeug anzeichnen.

Lenkrohr anzeichnen.JPG

Die Gabelbrücke mit dem Brenner ca. 5min voll heizen. Mit dem Finger den Spucketest machen: Wenn’s zischt, ist es heiß genug. Den Brenner ausmachen und beiseite stellen. Den Lederhandschuh anziehen und damit das Lenkrohr anfassen und auf die Unterlage stellen. Mit der anderen Hand die Nuss aufsetzen und kräftig auf das Lenkrohr schlagen.

Wenn das Lenkrohr lose ist, die Gabelbrücke umdrehen, so dass das Lenkrohr herausfällt. ( Im Werkstatthandbuch steht, das Lenkrohr sofort zurückschlagen. Mir ist es nie gelungen so den Innenlaufring runter zu bekommen.) Indem das Lenkrohr herausfällt, geht auch der Innenlaufring ab. Jetzt kann man das Lenkrohr nicht mehr ohne weiteres zurückschlagen!

Lenkrohr in den Tiefkühler legen und 5min warten. Eine kurze ½“ Knarrenverlängerung bereit legen. Die Gabelbrücke erneut 5min heizen. Brenner ausmachen! Das Lenkrohr aus dem Tiefkühler holen, das Rohr auf die Unterlage stellen und die Gabelbrücke umgedreht auflegen. Das Lenkrohr einsetzen und dabei die beiden Markierungen zur Übereinstimmung bringen. Die Knarren-Verlängerung einstecken und das Lenkrohr mit dem Hammer bis zum Anschlag reinhauen.

Lenkrohr zurückschlagen.JPG

Der neue Innenlaufring lässt sich kalt aufdrücken ( Dieser Tipp ist von Heusler ). Die Gabelbrücke umdrehen und wieder auf den Klotz setzen. Den Nilosring über das Lenkrohr schieben. Einen der beiden Innenlaufringe auf das Lenkrohr setzen, den geschlitzten Innenlaufring ( Werkzeug ) umgedreht aufsetzen. Mit dem Rohr vorsichtig über die obere Passung schlagen. Das Einzugwerkzeug so ansetzen, dass die Mutter an der Gabelbrücke sitzt. Die Mutter so lange festschrauben, bis der Innenlaufring nicht mehr weiter kann.

Innenlaufring einziehen.JPG

Die Sitzflächen für die Innenlaufringe gut reinigen. Mit dem unteren Lager beginnen, dessen Innenlaufring ist ja schon auf dem Lenkrohr. Den dazugehörigen Außenring ansetzen ( Öffnung nach außen; ich habe es schon mal geschafft, die Lagerschale falsch herum einzusetzen ) und das Einzieh-Werkzeug durch das Lenkrohr einsetzen. Oben das konische Druckstück, unten das andere mit der glatten Seite ansetzen. Mit der Hand anziehen, das untere Druckstück mittig ausrichten. Jetzt die Mutter drehen und damit die Lagerschale einziehen. Nicht die Lagerschale einschlagen, wie es im Werkstatthandbuch heißt. Das geht meistens schief und dann ist der Lagersitzt beschädigt. Also das Werkzeug anschaffen oder leihen.

Lagerschale einziehen.JPG

Das Werkzeug wieder abbauen und eine der alten Lagerschalen bündig aufsetzten. Jetzt noch mal das Werkzeug ansetzten und so lange die alte Lagerschale einpressen, bis ein deutlicher Widerstand zu spüren ist. Das Werkzeug abbauen. Meist fällt die zweite Lagerschale dabei von selbst raus, sonst vorsichtig klopfen.

Lagerschale nachsetzen.JPG Das gleiche Spiel bei der oberen Lagerschale. Diese sitzt aber nahezu bündig, beim Nachsetzen geht kaum etwas. Der schwerste Teil ist geschafft. Jetzt eine kleine Pause; leider noch kein Alkohol ;-)


4. Teile prüfen, bevor man alles wieder zusammensetzt

Wenn man schon einige Stunden aufwendet, kann man gleich ganze Arbeit leisten und beschädigte Teile wechseln bzw. neuen Schäden vorbeugen.

- Die Gabelsimmeringe auf Dichtigkeit prüfen: Kein Ölfilm am Simmering? Wenn doch, müssen beide (!) Simmeringe getauscht werden. Zum Einschlagen kann man sich den Schlagdorn leihen. Wer es mit eine Nuss machen will: nicht zu doll raufhämmern. Danach muss das Gabelöl gewechselt werden, ATF verwenden!

Vor dem Zusammenbau kann man sich ein Paar MZ-Faltenbälge für ca. 10 EUR leisten und diese einfach über die Simmeringe drüber ziehen. Damit sind Standrohr und Simmering langfristig geschützt.

- Die Gummiringe an den Haltern der Bremsschläuche prüfen. Um sie zu wechseln, müssen die Bremsleitungen allerdings geöffnet werden. Eine gute Gelegenheit, rissige Gummileitungen gegen Stahlflex zu wechseln.

Bremsschlauch Schelle.JPG

Achtung: Wer das macht, arbeitet an der Bremse! Die Bremsleitungen müssen anschließend entlüftet werden! Nix machen, wenn du dir nicht 100% sicher bist.

- Bremsbeläge prüfen: wenn man sie schon mal in der Hand hat, kann man auch von unten reinsehen. Mit einer hellen Lampe reinleuchen und auch prüfen, ob sich zwischen Bremsbelag und Trägerplatte kein Riss gebildet hat. Wenn erforderlich, die Bremsbeläge tauschen. (Nur wer’s kann!)

- Vorderradlager prüfen: Vor Ausbau der Steckachse am Rad versuchen zu kippeln. Es darf kein Spiel zu spüren sein. Das Vorderrad ohne Bremssättel in Drehung bringen. Dann die Hand auf den Kotflügel legen. Es darf keine „Knarren“ zu spüren sein, dann sind die Lager hin.

- Radsimmeringe prüfen: Nach dem Ausbau der Steckachse die Stellen begutachten, die unter den Simmeringen liegen.

Steckachses ablegen.JPG


Es dürfen keine Rostspuren da sein. Wenn doch: Simmeringe tauschen. Das geht mal ohne Spezialwerkzeug, einfach mit einer passenden Nuss.

- Kunststoffunterteil der Instrumentenverkleidung auf Risse prüfen: Ein kleiner Schnitt ist nicht schlimm, einen größeren Riss sollte man mit GFK überdecken oder sich ein neues Unterteil leisten.

- Blinkerkontrollblenden in der oberen Plastikverkleidung prüfen: Sind noch beide Haltenasen vorhanden? Oder fällt das Lämpchen gleich wieder aus der Halterung?

Blinkeranzeige Fassung.JPG

- Bei Bedarf erneuern.

- Wie alt ist das Gabelöl und die Bremsflüssigkeit eigentlich? Nach zwei Jahren kann man schon mal die Bremsflüssigkeit wechseln, nach drei Jahren sollte man. Das Gabelöl selbst ist auch nach drei Jahren fällig, ATF hält länger. Jährliche Wechsel machen das Motorrad aber nicht besser.


5. Lenkrohr einsetzen

Die beiden Außenringe und den Innenlaufring auf dem Lenkrohr reichlich mit sauberem Lagerfett einschmieren. Das Lenkrohr einsetzen und den Kabelbaum unter die Gabelbrücke drücken. Das ist insofern etwas schwierig, da einem die Lampe und alles was daran ist, im Wege ist. Das Lenkrohr durchschieben. Jetzt den zweiten, gefetteten Innenlaufring aufsetzen. Wenn er nicht auf seine Passung rutschen will: Noch mal dien geschlitzen Ring aufsetzten und damit den oberen Innenlaufring in die Lagerschale drücken. Nicht einschlagen!

Innenlaufring oben eindrücken.JPG

Die Rändelmutter mit der Hand locker anziehen und die obere Gabelbrücken mit einer Nuss auf das Lenkrohr schlagen. Die Abschlussschraube mit dem Drehmomentschlüssel mit vollen 120Nm anziehen; die Standrohre bleiben erst mal draußen!

Lenkkopflager einstellen.JPG

Jetzt wird das richtige Spiel für das Lenkkopflager eingestellt; keine zusätzlichen Masse und kein Bowdenzug stört! Mit zwei Fingern die Gabelbrücke hin- und herdrehen. Es muss ganz leicht gehen, aber die Gabelbrücke darf nicht von selbst kippen oder Spiel im Lager haben. In mehreren Durchgängen die Abschlussschraube lösen, die Rändelmutter um ca. 1/8 Umdrehung verstellen und die Abschlussschraube wieder auf 120Nm anziehen. Geduld! So lange probieren, bis sich die Gabelbrücke perfekt leicht bewegen lässt. Die Abschlussschraube herausdrehen und die obere Gabelbrücke wieder unter vorsichtigen Schlägen abnehmen.


6. Montage in umgekehrter Reihenfolge

Folgende Dinge müssen dabei berücksichtigt werden: Allzu verrostete Teile sollte man erneuern; das muss jeder selbst entscheiden. Schrauben, die direkt im Alu sitzen, werden mit Trennmittel eingesetzt damit sie nicht festgammeln. Kupferpaste oder besser ein keramisches Trennmittel eignen sich dafür. Die vier Gummipuffer an der Frontplatte haben auf jeder Seite eine Blechkappe, das sind acht insgesamt! Beim Einsetzten der Schrauben darauf achten, dass diese Abdeckungen am Platz sind.

Das linke Standrohr zuerst einschieben. Das geht noch etwas schwerer als beim Herausdrehen. Zur Hilfe den dicken Schraubenzieher wieder in den Schlitz treiben. Den Schraubenzieher von unten einschlagen, er darf nicht dem Standrohr im Wege sein. Das Standrohr soll genau 190,0mm über die untere Gabelbrücke reichen. Mit einer Schublehre nachmessen. Die Klemmschraube mit Trennmittel einsetzen und mit 35Nm anziehen.

Die obere Gabelbrücke so aufsetzen, dass die Bowdenzüge und Kabel wieder dahinter liegen. Mit dem Gummihammer auf das linke Standrohr und dann auch auf das Lenkrohr schlagen. Wenn die obere Gabelbrücke nicht mehr tiefer auf das Standrohr rutscht, die Abschlussschraube wieder eindrehen und mit 120Nm festziehen. Das rechte Standrohr in die untere Gabelbrücke eindrehen und bis zur oberen Gabelbrücke durchschieben. Das zweite Standrohr muss anschließend mit der oberen Gabelbrücke abschließen. Wer nachmisst, muss auch hier die 190,0mm ablesen. Die andere drei Klemmschrauben einsetzen und mit Drehmoment anziehen.

Wenn der Lenker wieder festgeklemmt wird, kann man mit den Spiegeln die richtige Position finden. Die Lage aller Züge und Kabel kontrollieren! Wenn ein Zug falsch liegt, muss er halt ausgebaut und richtig verlegt werden. Die Frontplatte zuerst oben befestigen, die Schrauben noch nicht festziehen. Wenn die Verkleidung dran war, die Halter nicht vergessen. Das Einsetzten der unteren Schrauben ist nicht ohne! Die Frontplatte fluchtet nicht und muss zurechtgeschoben werden. Dabei fallen gerne wieder die Abdeckungen der Gummis ab. Im Gummi sitzt ein Röhrchen, das darf dabei auch nicht herausfallen. Falls die Cockpitverkleidung dran war, muss sie erst provisorisch oben befestigt werden (Trennmittel auch hier!). Dann werden mit den M6 Schrauben Cockpitverkleidung und Frontplatte gleichzeitig befestigt. Viel Glück!

Nach Anbau des Hauptbremszylinders die Bremse nicht betätigen, die Bremssättel gehen dann zu! Beim Anbau des Kotflügels auf die richtige Position achten; das kurze Ende ist vorn. Vor Einbau des Rades ( rechts/ links beachten) die Steckachse leicht fetten. Die Steckachse muss unter Drehen leicht durchgleiten, nicht schlagen! Die beiden Klemmschrauben offen lassen.

Die Bremssättel auf die Scheiben schieben, die Schrauben einsetzen und mit 35Nm anziehen. Die Halteschellen für die Bremsleitungen aufschieben und anschrauben.

Die Bremse mehrmals betätigen. Alles normal? Das Motorrad abbocken und mehrmals einfedern lassen. Dann erst die Klemmschrauben für die Steckachse festziehen.

Eine ausgiebige Probefahrt machen. Danach noch mal aufbocken und das Spiel im Lenkkopf prüfen. Wenn sich das Lager gesetzt hat, muss natürlich nachgestellt werden.


Wer Hinweise oder Verbesserungsvorschläge hat, bitte mich benachrichtigen. Rainer ( Rote Rita ), den 22.7.2019